
Neben dem Strommarkt ist auch der Gasmarkt in Deutschland liberalisiert worden. Jeder Haushalt und jeder Gewerbebetrieb darf sich seinen Gas-Anbieter selbst aussuchen und ist nicht mehr an den regionalen Grundversorger gebunden, der bisher die Belieferung automatisch übernommen hat. Derzeit gibt es mehr als 20 verschiedene Unternehmen, die Tarife für Privatkunden im Angebot haben. In der Regel können die Energiekosten bei einem Wechsel deutlich gesenkt werden, daher lohnt sich immer ein Vergleich. Nicht alle Anbieter arbeiten bundesweit, einige können lediglich in bestimmten Regionen gewählt werden, aber selbst wenn die Auswahl kleiner sein sollte, findet sich höchstwahrscheinlich ein günstigerer Anbieter.
Um in einem Vergleichsrechner einen neuen Anbieter auszuwählen, werden nur wenige Grunddaten benötigt. Persönliche Daten müssen für einen Vergleich nicht eingegeben werden, lediglich die Postleitzahl des Wohnortes, damit der passende Tarif ermittelt werden kann. Neben der Postleitzahl sollte außerdem der aktuelle Jahresverbrauch vorliegen. Diesen findet man zum Beispiel auf der letzten Jahresabrechnung des bisherigen Lieferanten.
Neben einem reinen Preisvergleich sollten jedoch auch die verschiedenen Serviceleistungen der Gasanbieter untersucht werden. Hierzu sind Vergleichsrechner eher weniger geeignet, es sei denn, sie bieten die Möglichkeit zur Kundenbewertung der Unternehmen. In der Regel finden sich aber Bewertungen im Internet. Hier gilt es nur zu sortieren, welche Bewertungen authentisch sind und welche eventuell vom Anbieter selbst ins Internet gestellt wurden. Unabhängige Bewertungen finden sich zum Beispiel bei der Stiftung Warentest oder anderen Prüfinstituten. Ein TÜV-geprüfter Service ist ebenfalls ein Indiz für eine gute Serviceleistung. Ein guter Gasversorger sollte seinen Kunden eine möglichst kostenlose Hotline für wichtige Fragen zur Verfügung stellen, außerdem sollte der Support auch per Email erreichbar sein. Die Antwortzeiten sollten auf jeden Fall unter einer Woche liegen. Interessant ist auch, ob der Anbieter eine restriktive Bonitätsprüfung vornimmt. Wer schon einmal bei der Schufa einen Negativeintrag besaß, könnte bei einem Wechsel Probleme bekommen. Hier bieten sich Tarife an, bei denen eine Kaution als Sicherheitsleistung hinterlegt werden muss, da diese Anbieter in der Regel auf eine Bonitätsprüfung verzichten.
Wie auch auf dem Strommarkt gibt es bei verschiedenen Gasanbietern "grüne" Tarife, die besonders umweltschonend sein sollen. Dabei kann zunächst zwischen Klima-Tarifen und Biogas-Tarifen unterschieden werden. Bei den Klima-Tarifen versucht der Anbieter, die schädlichen Emissionen durch Klimaschutzprojekte auszugleichen. Wer sich für einen Biogas-Tarif entscheidet, bekommt jedoch keinesfalls reines Biogas. Die meisten Anbieter mischen ihren Gaseinkäufen lediglich einen gewissen Teil an Biogas bei, der Anteil schwankt zwischen 10 % und 100 % und die Frage, ob Biogas aus Lebensmittelpflanzen auch tatsächlich ökologisch sinnvoll ist, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Die beiden Tarifarten sind meistens etwas teurer als konventionelle Gastarife, im Vergleich zum regionalen Grundversorger sind aber dennoch Einsparungen möglich.
Außerdem gibt es reine Online-Tarife, die ausschließlich über das Internet abgeschlossen und verwaltet werden können. Sie sind zwar sehr günstig, der Kunde muss aber dafür meistens mit einem reduzierten Support leben. Online-Tarife eignen sich daher vor allem für Kunden, denen ein persönlicher Kontakt mit dem Gasversorger nicht so wichtig ist.